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Umzugsmenschen

Posted by: Geroldin Allgemein in Allgemein
13
Feb

Einige, der genialsten Menschen,
ziehen häufig um.

Sie leben in
Teilzeitbunkern, in
Wühlmauslöchern, in
Kartenhäusern –
und doch spielen sie kaum.

Es mag sie
von Sturheiten lösen
und von Starrheiten biegen
lassen –
sie sind lebensgewandt
im Lebensgewand.

Vielleicht ist es auch
die Bereitschaft,
ohne Schleudersitz,
ohne Sicherheitsgurt und
ohne Rückspiegel zu fahren –
sie sind teilzeitriskant
im Freizeitgewand.

Es mag sie
unbeständig und
unabhängig machen.

Vielleicht ist es auch
einfach egal.

Es mag sie
ein jeder,
so auch ich.

dein-spezieller-sound

Die Black-Box im Brustkorb
zeigt Zeitzeugen
unserer Teilzeitbeziehung.

Wuschhhh …
Wischhhh …

Dort zischen Atome
aus Taten geformt
und verwischen
zwischen frischen
Tintenklecksen.

Die Beat-Box im Mundraum
vertont rhythmisch
die Wortfindungsstörung.

Für eine Zeit lang
klingt das harmonisch.

Für eine Zeit lang …

Ich gebäre Liebschaften.

Aus einer Laune heraus
erschaffe ich Gefühle
und verkette Gedanken
zu einer Gemeinschaftsfiktion.

Aus einer Laune heraus
vernetze ich Impulse
und verkenne gern Affekte,
die zu Disharmonie führen
und die Flüssigkeit verdicken.

Musik wird immer aus mir fließen,
nur wie lange noch
in dein Ohr?!

Ich komponiere dich.
Aus einer Laune heraus,
verwende ich zu Beginn
noch flächendeckend Streicher
und wechsle dann
- nur eine Snare dazwischen -
in ein kratzbürstiges Riff.

Bevor der Song ausklingt
und dein hauchiges Timbre
in meinem Paukenschlag versinkt,
greife ich ein letztes Mal
mit der Daumenkuppe
tief in mein G-Moll.

Aus einer Laune heraus
spule ich einmal noch zurück.
An die Stelle,
an der mein Schlagzeug
auf dem Becken spielt.

Du.
Du bist ein schöner Song!
Nur ein Evergreen
- mit deinen drei Akkorden -
bist du nicht!

Realität beißt

Posted by: Geroldin Spokenword in Spokenword
23
Nov

realitat-beisst

Die Marge eines Lebensmittelhändlers ist 25 Prozent.
Die von Homer Simpson 100.

Das Leben schreibt keine Gedichte.
Es schreibt Lieder.

Verstaubte Nachmittage
zwischen Schulpflicht
und Dämmmaterial:
Eierschachteln und
ein Flickenteppich
aus Flokati
und meiner Taubheit.

Wenn du anfängst
ins Mikro zu fließen
und am anderen Ende
durch die Waben
meiner Boxen triefst:
Gleichmäßig und
doch dynamisch,
vergess ich mein Talent
und die Gitter rundum.

Erst wenn du anfängst,
kann ich loslegen.
Wie ein Versessener
an Saiten zu zerren.
Wie ein Verstärker
Effekte zu loopen:
Wah-Wah zwischen
Treble und Rhythm,
verbissen im Plektron.

Voice-Bum-Zack:
Deine Töne dringen in mich -
mit Stimmgewalt ins Blut.

Bum-Zack:
Ein letzter Schlag,
dein letzter Ton,
ein letztes Mal noch Inspiration.

Das Leben schreibt keine Gedichte.
Die schreibe ich.

  • berlinische Idiome wie “uffjedn”
  • österreichische Idioten wie Schwarzenegger
  • die Normalverteilung von Macht
  • Clinton, Obama und der Mythos des ersten Mals
  • mein Zug zum Tor und meine Standhaftigkeit
  • das Leben in 90 Minuten
  • ein Moment ein Leben lang
  • der Lebensinhalt in einer Bierdose
  • die Normalverteilung von Gefühlen
  • der mathematische Beweis der Liebe
  • der Stein der Weisen
  • oder der Krümel Mehrkornbrot zwischen meinen Zähnen
  • Gesundheitskassen und Akkordlöhne
  • Kronen und die Champions League
  • meine Lisa und die Oberliga
  • oder Frauen und Fußball
  • Klippen, Sprünge und Klettern
  • mein zunehmendes Gewicht
  • der Aufstieg im Job
  • das Genre meiner Königsklasse
  • oder Blogrolle und Sushi
  • Fisch und wieder Frauen
  • das erstes Mal ein Leben lang
  • mein erstes Posting
  • mein erster Kaffee heute morgen
  • der erste Stuhlgang
  • die Unfarbe Schwarz
  • der Tod
  • und das erste Mal sterben

Was mich gerade beschäftigt bin ich. Mich selbst.