tobi ist tot.
vorhin hat man’s mir gesagt,
und es hat mich getroffen.
die freunde wussten es schon eher.
“woran”, hab ich gefragt, und es klang wie “warum”.
tobi ist tot, ich glaub er is
grad so 30 geworden.
und war trotzdem länger ein guter mensch als
all die guten leute, die zu seiner beerdigung kommen,
zusammen.
ich hab viel gelernt, von tobi.
zuviel um es aufzuschreiben.
dabei kannte man ihn kaum.
kaum so richtig.
tobi is tot.
ne halbe flasche hab ich auf den schreck und auf sein leben getrunken.
wenn einer stirbt, so einfach so, dann wird geredet - und geschwiegen.
die frau die von mir ging kann nun endlich mit mir reden.
und ich kann schweigen, am grab
eines jungen, der noch jede stechmücke im einmachglas
nach draussen getragen hat und von dessen flasche noch jeder nachts einen mundvoll coke bekam.
ich kann schweigen und vielleicht einen satz schreiben, den ich schon einige zeit im kopf hab.
vielleicht
aber auch nicht.
wir sind alle noch nicht alt genug, um die todesanzeigen im tagblatt zu lesen.