Archive for the "Und ständig fließt Musik aus meiner Stromgitarre" Category

dein-spezieller-sound

Die Black-Box im Brustkorb
zeigt Zeitzeugen
unserer Teilzeitbeziehung.

Wuschhhh …
Wischhhh …

Dort zischen Atome
aus Taten geformt
und verwischen
zwischen frischen
Tintenklecksen.

Die Beat-Box im Mundraum
vertont rhythmisch
die Wortfindungsstörung.

Für eine Zeit lang
klingt das harmonisch.

Für eine Zeit lang …

Ich gebäre Liebschaften.

Aus einer Laune heraus
erschaffe ich Gefühle
und verkette Gedanken
zu einer Gemeinschaftsfiktion.

Aus einer Laune heraus
vernetze ich Impulse
und verkenne gern Affekte,
die zu Disharmonie führen
und die Flüssigkeit verdicken.

Musik wird immer aus mir fließen,
nur wie lange noch
in dein Ohr?!

Ich komponiere dich.
Aus einer Laune heraus,
verwende ich zu Beginn
noch flächendeckend Streicher
und wechsle dann
- nur eine Snare dazwischen -
in ein kratzbürstiges Riff.

Bevor der Song ausklingt
und dein hauchiges Timbre
in meinem Paukenschlag versinkt,
greife ich ein letztes Mal
mit der Daumenkuppe
tief in mein G-Moll.

Aus einer Laune heraus
spule ich einmal noch zurück.
An die Stelle,
an der mein Schlagzeug
auf dem Becken spielt.

Du.
Du bist ein schöner Song!
Nur ein Evergreen
- mit deinen drei Akkorden -
bist du nicht!

Das Leben schreibt keine Gedichte.
Es schreibt Lieder.

Verstaubte Nachmittage
zwischen Schulpflicht
und Dämmmaterial:
Eierschachteln und
ein Flickenteppich
aus Flokati
und meiner Taubheit.

Wenn du anfängst
ins Mikro zu fließen
und am anderen Ende
durch die Waben
meiner Boxen triefst:
Gleichmäßig und
doch dynamisch,
vergess ich mein Talent
und die Gitter rundum.

Erst wenn du anfängst,
kann ich loslegen.
Wie ein Versessener
an Saiten zu zerren.
Wie ein Verstärker
Effekte zu loopen:
Wah-Wah zwischen
Treble und Rhythm,
verbissen im Plektron.

Voice-Bum-Zack:
Deine Töne dringen in mich -
mit Stimmgewalt ins Blut.

Bum-Zack:
Ein letzter Schlag,
dein letzter Ton,
ein letztes Mal noch Inspiration.

Das Leben schreibt keine Gedichte.
Die schreibe ich.